Professur für Neuere Geschichte Christian Stenz
Kontakt
Christian Stenz
2. OG, Raum 224
Historisches Seminar
Grabengasse 3-5
D-69117 Heidelberg
Tel.: +49 6221/54 3705
E-Mail: christian.stenz@zegk.uni-heidelberg.de
Sprechstunde: Dienstag 13-14 Uhr (oder nach Vereinbarung)

Christian Stenz ist Doktorand am Historischen Seminar. Er erhielt 2019 einen BA in Geschichte und Politikwissenschaften von der Universität Zürich und schloss 2022 mit einem MA in Geschichte sein Studium an der Universität Heidelberg ab. Den spring 2026 hat Christian Stenz als Visiting Research Student an der London School of Economics and Political Science (LSE) verbracht. Daneben führten Ihn mehrere Forschungsaufenthalte unter anderem an die Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt, das Deutsche Historische Institut in Washington DC, Guatemala und England. Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Hier unterrichtet er Seminare und Übungen zur Kolonialgeschichte, zur Geschichte Lateinamerikas und der Geschichte des Kapitalismus.
Forschung
In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt sich Christian Stenz mit 'wissenschaftlichen' Sammlungen und Sammlungspraktiken von Plantagenbesitzern in Guatemala im 19. Jahrhundert. Dabei untersucht er die Überschneidung zwischen ökonomischen und wissenschaftlichen Praktiken, die Produktion und Zirkulation von Wissen sowie die Marginalisierung indigener Wissenssysteme. Des Weiteren forscht er zu den kapitalistischen Praktiken und Interaktionen von Konsularagenten, Händlern und Plantagenbesitzern und untersucht deren Rolle in den Globalisierungsprozessen des 'langen' 19.Jahrhunderts. Zu seinen Forschungsinteressen gehören die globale Wissens- und Wissenschaftsgeschichte, die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Lateinamerikas sowie die Kolonialgeschichte des deutschsprachigen Raumes.

In einem 'Nebenprojekt' hat Christian Stenz die umfangreiche Korrespondenz von Elisabetha Bleuler-Fahrner transkribiert, die 1878 einen Schweizer Agrarunternehmer heiratete und anschließend mit ihm nach Guatemala zog. Ihre Briefe an Familie und Freunde in Zürich und Mannheim erlauben es, die Rolle von Frauen und bürgerlichen Haushalten in Prozessen globaler wirtschaftlicher Verflechtung zu studieren. Indem der Haushalt Formen der Geselligkeit und Gastfreundschaft sowie Möglichkeiten zu sozialer Interaktion bereitstellte, bildete er eine zentrale 'soziale Infrastruktur', über die globale Handelsbeziehungen geknüpft und aufrechterhalten werden konnten. Zugleich verdeutlicht die Korrespondenz den ambivalenten Charakter dieses Prozesses. Zwar leisteten Frauen einen wichtigen Beitrag zur globalen wirtschaftlichen Verflechtung, doch blieb dieser Prozess zugleich tief von geschlechtsspezifischen Hierarchien und Arbeitsteilung geprägt.

Lehre im WiSe 26/27
QÜ: Von rich kids, campesinos und wohlständigen Hausfrauen. Quellen für eine (globale) Sozialgeschichte des ‘langen’ 19. Jahrhunderts