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Dr. Sarah Lias Ceide Geburtshilfliche Wissensordnungen und globale Vorstellungswelten von Mutterschaft im „langen 20. Jahrhundert“

Indem es nach der Rolle von Fortschrittsdiskursen für die Herausbildung heterogener Vorstellungswelten von Schwangerschaft und Geburt fragt, möchte das Projekt die Geschichte der Geburtshilfe als Wissens- und Ideengeschichte neu denken und in ihren globalen Bezügen im „langen 20. Jahrhundert“ (ca. 1880-2000) ausleuchten. Ziel ist es, vorherrschende lineare Narrative der Evolution geburtshilflicher Theorien und Praktiken aufzubrechen und an ihrer Stelle einerseits den Vervielfältigungsprozess geburtshilflichen Wissens und andererseits die daraus entstandenen Vorstellungswelten von „moderner“ Mutterschaft (maternity) in den Fokus zu rücken.  

In einem ersten Schritt geht das Projekt multidirektionalen Entstehungs-, Aushandlungs- und Dekonstruktionsprozessen von Wissen rund um die Phänomene Schwangerschaft und Geburt nach, um anschließend die Rolle der jeweiligen Wissensordnungen für die Entstehung von unterschiedlichen Vorstellungswelten von Mutterschaft in der globalen, wissensbasierten Moderne auszuleuchten. Analysiert werden sollen unterschiedliche Fallbeispiele: vom transkontinentalen Wissenstransfer und dem Ausbildungsversuch „neuer“ Mütter in den mining compounds in Belgisch-Kongo, über afrikanisch-sowjetische Wissensverflechtungen im Bereich der Geburtshilfe im Zuge der Dekolonisation, bis hin zum postkolonialen Spannungsverhältnis innerhalb globaler Fachverbände zur Gynäkologie und Geburtshilfe. Außerdem fragt das Projekt nach der Rolle von „Indigenismen“ und/oder „Afrikanismen“ für unterschiedliche geburtshilfliche Fortschrittsdiskurse und die daraus entstandenen heterogenen Vorstellungswelten „moderner“ Mutterschaft.  

Zusammenfassend lässt sich das Vorhaben als Wissens- und Ideengeschichte der Mutterschaft in ihrer globalen Dimension beschreiben. Es zielt auf die Langzeitanalyse globaler Verflechtungen mit Blick auf Wissens- und Vorstellungswelten zu Schwangerschaft und Geburt ab. Das Projekt verfolgt einen transkontinentalen, teils verflechtungsgeschichtlichen Ansatz und verspricht somit nicht nur einen Beitrag zur globalen Einordnung der Geschlechter- und Kolonialgeschichte, sondern auch neue Einblicke in das Innenleben der postkolonialen und wissensbasierten Moderne, indem es sich in die Debatten zu indigenous bzw. gendered epistemologies einordnet. 

Ambigram Tessellation Wow / Mom

Kontakt

Dr. Sarah Lias Ceide

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Historisches Seminar
Grabengasse 3-5
69117 Heidelberg

E-Mail: sarah.liasceide@zegk.uni-heidelberg.de

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