Auszeichnung PD Dr. Christian Neumann erhält Manfred-Fuchs-Preis
Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu ermutigen und herausragenden wissenschaftlichen Leistungen eine Anerkennung zuzusprechen, hat der Unternehmer Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs einen Forschungspreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Baden-Württemberg gestiftet. 2026 wird Privatdozent Dr. Christian Alexander Neumann mit dem Manfred-Fuchs-Preis für seine Habilitationsschrift ausgezeichnet, in der er das hohe Alter und den Alterungsprozess mittelalterlicher Herrscher untersucht.
Das Alter(n) ist ein universelles und facettenreiches Phänomen: biologischer Prozess und historisch variable Konstruktion zwischen Natur und Kultur. In der Mediävistik wächst das Interesse daran; besonders fruchtbar erscheint eine interdisziplinäre Verbindung mit der Gerontologie, die Alter(n) biologisch, medizinisch, psychologisch und soziologisch untersucht. Aus dieser Verbindung entstand der neue interdisziplinäre Ansatz der „Gerontomediävistik“. Damit werden zwei sehr verschiedene Wissenschaftstraditionen miteinander verbunden, um neue empirische Erkenntnisse zu gewinnen, theoretisch zu fundieren und gerontologische Konzepte am vormodernen Material zu prüfen. Der Ansatz wird auf Alter und Herrschaft im Hoch- und Spätmittelalter angewandt. Eine zentrale Frage ist, inwiefern das Lebensalter politisches Handeln und Herrschaftspraxis beeinflusste. Analysiert werden unterschiedliche Altersdiskurse, darunter medizinische Vorstellungen, Konzepte des idealen Herrschaftsalters, narrative Darstellungen alternder Herrscher sowie deren konkreter Umgang mit dem eigenen Altern. Dies geschieht vergleichend anhand dreier Fallstudien: Venedig, das Papsttum und England. Die gerontomediävistische Perspektive eröffnet diesen etablierten Forschungsfeldern neue Impulse.
PD Dr. Christian Alexander Neumann ist Akademischer Rat auf Zeit an der Universität Heidelberg.
